Unternehmenskommunikation
Unternehmenskommunikation richtet sich nach innen und nach außen zugleich: an Beschäftigte, Presse, Kunden und Eigentümer – und wird im Ernstfall daran gemessen, wie sie schweigt.
30 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Unternehmenskommunikation verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.400 € | 3.900 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.400 € | 5.100 € | 52.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 5.600 € | 6.800 € | 67.200 € |
Gerundete Orientierungswerte. Gehaltsangaben enthalten die Anzeigen dieses Portals nicht, weil die Datenquelle keine solche Spalte führt. Am stärksten wirkt der Arbeitgebertyp: Öffentlicher Dienst, Hochschulen und Verbände vergüten nach Tarif und damit planbar, Industrieunternehmen zahlen darüber, Agenturen im Einstieg meist darunter. Volontariate liegen deutlich unter diesen Werten. Dazu kommen Unternehmensgröße, Region und die Frage, ob Sie Sprecherfunktion und Pressekontakt tatsächlich verantworten oder einer Leitung nur zuarbeiten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht die Unternehmenskommunikation?
Sie organisiert, was ein Haus über sich sagt. Das zerfällt in zwei Richtungen, die selten dieselben Mittel verlangen. Nach innen: Intranet, Mitarbeiterzeitung, Newsletter, Betriebsversammlungen, die Begleitung von Veränderungen wie Umzügen, Umstrukturierungen oder neuen Arbeitszeitmodellen. Nach außen: Website, Pressearbeit, Fachbeiträge, Geschäftsbericht, Auftritte bei Veranstaltungen und Verbänden.
Dazu kommt ein dritter Teil, der die Stelle prägt, obwohl er selten vorkommt: die Krisenkommunikation. Rückruf, Unfall, Datenpanne, Kündigungswelle, ein kritischer Bericht. Dann entscheidet sich, ob die Abteilung eine Sprachregelung hat, wer sie freigibt und wie schnell.
Ein erheblicher Teil des Alltags besteht aus Textarbeit und Abstimmung: schreiben, kürzen, umschreiben, durch die Freigabeschleife von Fachbereich, Rechtsabteilung und Geschäftsführung bringen und dabei den Sinn erhalten. Wie viel davon übrig bleibt, hängt weniger am eigenen Können als daran, wie das Haus entscheidet.
Wie wird man Kommunikationsreferentin?
Über ein Studium und meist über ein Volontariat. Studiert werden Kommunikations- und Medienwissenschaft, Journalistik, Germanistik, Politik- oder Wirtschaftswissenschaft; einen einheitlich geregelten Ausbildungsberuf gibt es für diese Rolle nicht.
Das Volontariat ist der eingespielte Einstieg: eine befristete Ausbildungsstelle in der Kommunikationsabteilung eines Unternehmens, eines Verbandes oder in einer Kommunikationsagentur, üblicherweise zwischen einem und zwei Jahren. Es ist bezahlt, aber niedrig bezahlt, und es endet ohne Prüfung und ohne Titel. Was bleibt, sind Arbeitsproben und ein Netz.
Auch hier gilt, was für das ganze Feld gilt: Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Quereinsteiger aus dem Journalismus, aus Fachabteilungen oder aus der Wissenschaft sind häufig und oft erfolgreich, gerade dort, wo die Themen erklärungsbedürftig sind.
Was der Beruf verlangt
Schreiben unter Zeitdruck, ohne dass die Genauigkeit leidet. Wer eine Zahl nicht belegen kann, darf sie nicht verwenden – eine widerrufene Aussage kostet mehr als eine verspätete.
Unangenehm ist die Stellung im Haus. Die Abteilung sitzt nah an der Leitung, entscheidet aber selten selbst und muss Entscheidungen vertreten, an denen sie nicht beteiligt war. Dazu die Erreichbarkeit: Krisen richten sich nicht nach der Arbeitszeit, und in vielen Häusern gibt es eine Rufbereitschaft, die keine heißt.
Der Unterschied zwischen Agentur und Unternehmensseite wirkt auch hier. In der Kommunikationsagentur betreuen Sie mehrere Mandanten, wechseln Themen im Wochentakt und rechnen Ihre Stunden auf Etats ab. Im Haus haben Sie ein Thema, kennen die Vorgeschichte und tragen sie mit. Wer schnell lernen will, ist in der Agentur besser aufgehoben; wer gestalten will, im Haus.
Aussichten
Die Rolle ist im Bestand dieses Portals breit vertreten, weil sie überall entsteht, wo ein Haus eine Öffentlichkeit hat: Industrie, Hochschulen, Kliniken, Kommunen, Verbände, Stiftungen. Entwicklungswege führen in die Pressestelle, in die interne Kommunikation als eigenes Feld, in die Leitung oder in die Nachhaltigkeits- und Investorenkommunikation. Der öffentliche Dienst und die Verbände zahlen nach Tarif und befristen häufig Projektstellen.
Aufgaben
- Mitteilungen, Beiträge und Reden schreiben und abstimmen
- Intranet, Newsletter und Mitarbeiterzeitung betreuen
- Anfragen von Journalisten beantworten und begleiten
- Veränderungsvorhaben im Haus kommunikativ begleiten
- Sprachregelungen für kritische Themen vorbereiten
- Website- und Karriereinhalte pflegen und freigeben
- Veranstaltungen, Jubiläen und Auftritte vorbereiten
- Mit Recht, Personal und Geschäftsführung abstimmen
Voraussetzungen
- Studium der Kommunikations-, Medien- oder Geisteswissenschaften
- Volontariat, Redaktionserfahrung oder gleichwertige Praxis
- Sehr gutes schriftliches Deutsch, oft auch Englisch
- Verständnis für die Sache, über die geschrieben wird
- Verschwiegenheit und Umgang mit vertraulichen Vorgängen
- Belastbarkeit bei kurzfristigen Anfragen und Krisen
Wo man arbeitet
- Kommunikationsabteilungen von Unternehmen und Konzernen
- Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Kliniken
- Behörden, Kommunen und Ministerien
- Verbände, Kammern, Stiftungen und Vereine
- Kommunikations- und PR-Agenturen
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg führt über ein Bachelor- oder Masterstudium der Kommunikations- und Medienwissenschaft, der Journalistik oder eines Faches, dessen Inhalte später kommuniziert werden. Darauf folgt meist ein Volontariat in einer Kommunikationsabteilung, einem Verband oder einer Agentur, üblicherweise zwischen zwölf und vierundzwanzig Monaten, befristet und ohne Abschlussprüfung. Einen bundesweit geregelten Ausbildungsberuf für diese Rolle gibt es nicht; Quereinstiege aus Redaktionen und Fachabteilungen sind entsprechend häufig und in erklärungsbedürftigen Branchen sogar erwünscht.
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